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Veröffentlicht am 23. Februar 2016 | von Gastautor

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Learning Analytics – wie verändert sich unser Lernen?

Ein Artikel von Theresa Eisel, Werkstudentin, DYMATRIX

Der gläserne Student

Im Konsumentenbereich schon lange nichts Neues: Daten werden gesammelt, gemessen und analysiert, um Kauftrends aufzuspüren und das Konsumentenverhalten vorherzusagen. Nun setzt sich der Bildungssektor auf ähnliche Weise mit der Datenwissenschaft auseinander: Mit „Learning Analytics” werden individuelle Lernprofile erstellt. Die Digitalisierung hat auch unser Lernen verändert. Informationen bekommen wir nicht mehr nur aus Präsenzveranstaltungen und Büchern. Mit unserem Smartphone oder Tablet können wir jederzeit und blitzschnell auf Lerninhalte zugreifen. Wir bearbeiten online Aufgaben und absolvieren Tests, schreiben in Chats und Foren, tauschen uns in Sozialen Netzwerken untereinander und mit den Professoren aus.

Wie bei jeder digitalen Interaktion hinterlässt ein Nutzer auch beim Lernen Spuren

Bei „Learning Analytics” geht es darum, diese Spuren zu sammeln und zu analysieren – und letztlich mithilfe dieser Spuren, das Lernen zu verbessern.
Daten zu nutzen, um Entscheidungen im Bildungssektor zu beeinflussen, ist nicht neu. Aber die Tatsache, dass Unmengen an Daten mittlerweile automatisch „geerntet” und durch intelligente Algorithmen ausgewertet werden können, eröffnet gänzlich neue Möglichkeiten.

Die Analyse dieser Daten birgt das Potenzial, detaillierte Einblicke in die Fähigkeiten und Verhaltensmuster des einzelnen Lernenden zu erhalten. Diese Erkenntnisse wiederum können dazu genutzt werden, um einerseits Lernangebote und andererseits Lernergebnisse zu verbessern.

Maßgeschneidertes Lernen

Die Möglichkeiten von Learning Analytics:

Für den Lernenden

  • Es werden Daten zur Verfügung gestellt, um den persönlichen Wissenstand zu erkennen.
  • Die eigenen Handlungen, Interaktionen und Lernprozesse können beobachtet werden, um individuelle Lerngewohnheiten besser kennenzulernen.
  • Anhand einer persönlichen Lerngeschichte können auch Prognosen über künftige Interaktionen oder auch Lernergebnisse gemacht werden.

Für die Lehrenden:

  • Mit Learning Analytics werden Lernprozesse begleitet, frühzeitig Muster aufgedeckt oder Probleme identifiziert.
  • Lernmaterialien können auf ihre Nützlichkeit hin bewertet und auf die jeweiligen Anforderungen der Lernenden angepasst sowie verbessert werden.
  • Anhand der ermittelten Daten lässt sich erkennen, ob und an welcher Stelle der einzelne Lernende Unterstützung benötigt, um einzuschreiten, zu betreuen und zu beraten.

Der NMC Horizon Report Higher Education beschreibt jedes Jahr neue Technologien, die zukünftig einen Einfluss auf Lernen, Lehren und die kreative Forschung in Bildung haben. In der aktuellen Ausgabe 2015 wird Learning Analytics als mittelfristiger Trend (drei bis fünf Jahre) in der Bildungstechnologie eingestuft. Die Aktivitäten rund um das Thema nehmen kontinuierlich zu und es werden weltweit Pilotprojekte und Implementierungen auf den Weg gebracht. So hat beispielsweise die California State University in den USA ein Student Success Dashboard eingeführt, welches der Hochschulleitung hilft, Problembereiche besser und schneller zu erfassen.

Mit der Anwendung von analytischen Methoden lassen sich also nicht nur in der Konsumgüterindustrie Kauftrends hervorsagen und Kaufverhaltensmuster erkennen. Mit dem Einzug von Learning Analytics in den Bildungssektor bekommen Lehrende sowie Lernende wichtige Informationen an die Hand, um Lernangebote und Lernprozesse nachhaltig zu verbessern.

 

Quelle: NMC Horizont Report Higher Education 2015, Seite 12

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